An einem gewöhnlichen Arbeitstag laufen auf diesem Server ein gutes Dutzend KI-Sitzungen gleichzeitig. Jede hat ein Projekt, einen Auftrag und ein eigenes Fenster. Und jede vergisst alles, sobald sie endet. Das ist der Ausgangspunkt, an dem Cortex entstanden ist.
Warum es das überhaupt braucht
Eine KI-Sitzung ist ein Gespräch mit begrenztem Gedächtnis. Läuft es voll, muss der Stand weitergereicht werden, sonst beginnt die Nachfolgerin bei null. Arbeiten mehrere Sitzungen an derselben Website, wissen sie nichts voneinander — und bauen im schlimmsten Fall gleichzeitig an derselben Datei.
Dazu kommt die Kostenfrage. Jede Anfrage an ein Sprachmodell kostet Geld, und ohne Zusammenzählen bleibt völlig offen, wofür es ausgegeben wurde. Wer wissen will, ob sich die Arbeit lohnt, braucht Zahlen mit Herkunft und Zeitraum.
Was Cortex ist
Cortex ist eine Steuerzentrale für diesen Betrieb. Sie führt an einer Stelle zusammen, was sonst über Terminalfenster, Chatverläufe und Notizdateien verstreut wäre: Projekte, Aufgaben, laufende Sitzungen, Übergaben zwischen ihnen und einen durchgehenden Verlauf.
Der erste Blick gilt dem Lagebild. Es beantwortet die Fragen, die morgens zuerst kommen — und jede Kachel nennt, woher ihre Zahl stammt und über welchen Zeitraum sie gilt.

Projekte, Aufgaben, Übergaben
Jedes Projekt hat ein Brett mit Aufgaben und Prioritäten sowie einen Changelog, in den jede Sitzung schreibt, was sie verändert hat. Das klingt nach Verwaltung, ist aber der Grund, warum eine neue Sitzung nach zwei Sätzen arbeitsfähig ist.
Die Übergabe ist das Kernstück. Bevor eine Sitzung endet, hinterlegt sie Ziele, Korrekturen, den Stand von Code und Tests, laufende Vorgänge und den nächsten Schritt. Die nächste Sitzung bekommt das beim Start eingespielt.
Zwischen Projekten laufen gerichtete Meldungen. Fällt in einem Projekt etwas auf, das ein anderes betrifft, geht eine Nachricht dorthin — und die empfangende Sitzung arbeitet sie entweder selbständig ab oder legt sie zur Entscheidung vor.
Die KI-Rollen haben eine Akte
Wiederkehrende Aufgaben bekommen eine feste Rolle mit eigenem Zuschnitt: ein hinterlegtes Modell, eine Haltung zur Kostenpolitik, ein Satz Fähigkeiten. In der Akte steht, was die Rolle kann, seit wann es sie gibt und was sie bisher verbraucht hat.


CortexRelay: die Rückfrage aufs Telefon

Der unangenehmste Fall im Betrieb mit KI-Sitzungen ist die stille Rückfrage. Eine Sitzung läuft in eine Entscheidung — eine Freigabe, eine Auswahl, eine offene Frage — und wartet. Sitzt niemand am Schreibtisch, steht die Arbeit still, ohne dass es jemand bemerkt.
CortexRelay löst das. Jede Rückfrage erscheint als Karte auf dem Telefon und lässt sich dort beantworten. Die Antwort geht zurück in das wartende Fenster, und die Sitzung läuft weiter.
Der Weg funktioniert in beide Richtungen: Ein Auftrag lässt sich unterwegs abschicken, und die zuständige Sitzung übernimmt ihn — auch dann, wenn sie auf einer anderen Maschine läuft und die Verbindung von sich aus aufbaut.
Was sonst noch zusammenläuft
Zwei Bereiche fallen im Alltag besonders auf. Die Medienablage sammelt alles, was erzeugt wurde — Bilder, Videos, Tonspuren — und macht es nach Projekt, Modell und Dateityp durchsuchbar. Die Vorlagen halten die Dokumentformen an einer Stelle, statt sie in jeder Sitzung neu zu erfinden.


Was daraus folgt
Cortex ist nicht als Produkt geplant worden, sondern aus einem Engpass entstanden: zu viele parallele Sitzungen, zu wenig gemeinsamer Stand. Jeder Baustein kam, weil im Betrieb etwas fehlte.
Das Werkzeug verwaltet sich dabei selbst mit — Cortex ist eines der Projekte, die in Cortex geführt werden. Bildschirmansichten und die vollständige Beschreibung stehen im Projekt Cortex; weitere eigene Anwendungen in der Projektübersicht.